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Ob im Beruf oder im Privatleben, wir alle treffen täglich
moralische Entscheidungen, wobei wir uns in den meisten
Fällen auf unsere Intuition verlassen. Die philosophische
Ethik hat sich demgegenüber zum Ziel gesetzt, solche intuitive
moralische Urteile kritisch zu prüfen. Es sind zahlreiche
Versuche entstanden, moralische Grundprinzipien zu formulieren und zu
begründen, die in der Lage sind, unser moralisches Handeln
systematisch anzuleiten. So versucht die antike Tugendethik
Charaktereigenschaften zu identifizieren, die zu einem guten Leben
für sich selbst und die anderen führen und die der
Einzelne erwerben und einüben soll. Moderne ethische Theorien
fragen hingegen weniger nach dem Charakter des Handelnden, sondern nach
den Eigenschaften, die eine Handlung haben muss, damit sie als
moralisch wertvoll bezeichnet werden kann. Hier haben die klassischen
Ansätze des Utilitarismus (Eine Handlung ist gut, wenn sie das
Glück aller Betroffenen maximiert) und Immanuel Kants (Eine
Handlung ist gut, wenn sich denken lässt, dass alle diese
Handlung vollziehen) eine nachhaltige Wirkung auf das heutige Denken
ausgeübt. Diese Versuche, das Gute und Richtige zu bestimmen,
sind von der Philosophie selbst aber auch immer wieder in Frage
gestellt worden. Gibt es wirklich universelle moralische
Grundsätze mit verbindlicher Geltung, oder ist Moral relativ?
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